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11 Vorteile und Eigenschaften von CBD von der Lebensmittelwirtschaft untersucht

Was ist CBD überhaupt?

Während THC weithin bekannt ist als Wirkstoff der Cannabispflanze, sagt CBD vergleichsweise wenigen Menschen etwas. CBD ist die Abkürzung von Cannabidiol und ist einer von über 100 Cannabiswirkstoffen, die natürlich in der Pflanze Cannabis sativa vorkommen. Cannabis sativa ist unter der Bezeichnung Marihuana-pflanze vielen ein Begriff. CBD ist nicht psychoaktiv und löst somit kein “Highgefühl” aus. Das “British Journal of Clinical Pharacology” gab 2013 bekannt, dass CBD davon profitiert, in vielen Experimenten und Studien eingesetzt zu werden, da dieser Wirkstoff scheinbar bei vielen körperlichen und psychischen Erkrankungen positive Wirkungen aufweist.

CBD gilt bei Forschern als mögliche Alternative oder Ergänzung zu herkömmlichen Medikamenten bei vielen Krankheiten wie Epilepsie, Neuroinflammation, Erbrechen und Übelkeit, Angststörungen, Schizophrenie, oxidativen Verletzungen, Herzerkrankungen, Schmerzleiden, Krebs und Schlafstörungen.

Viele Länder haben bereits Cannabis als medizinischer Wirkstoff zugelassen. Darunter Deutschland, Niederlande, Griechenland, Polen, Großbritannien, Luxemburg und Polen.
CBD-Produkte sind jedoch nicht alle in jedem Land legal erhältlich, da oft auch geringe Dosen von THC enthalten sind.

CBD Vorteile und Wirkstoff

CBD löst sich nicht gut in Wasser auf. Daher wird der Wirkstoff oft in Öltinkturen und abgefertigt als CBD Öl empfohlen und angeboten. Neuere Produkte wie beispielsweise CBD Nasenspray werden gut aufgenommen vom Körper.

Der Unterschied zwischen CBD und THC

Cannabidiol und THC (Tetrahydrocannabinol) sind die wirksamsten aktiven Wirkstoffe der Cannabispflanze. Mit diesen Wirkstoffen werden und wurden zahlreiche Studien durchgeführt. Einige dieser Studien lassen darauf schließen, dass CBD vielversprechende Vorteile gegenüber anderen Medikamenten haben könnte bei zahlreichen Erkrankungen. THC ist psychoaktiv und kann psychische Erkrankungen hervorrufen und begünstigen. CBD hingegen ist nicht psychoaktiv und scheint zu einem besseren Wohlbefinden beizutragen.

1. Weniger Anfälle bei Epilepsiepatienten durch CBD

Bei Patienten, die unter Epilepsie leiden, führt die Gabe von CBD-Präparaten oft dazu, dass diese weniger Anfälle haben. Das Regulieren der Muskelkontraktionen durch die enthaltenen Wirkstoffe, verläuft besser und die Häufigkeit von Krampfanfällen wird reduziert.

Eine dreimonatige, überwachte Studie mit 23 Kindern und jungen Erwachsenen zwischen drei und 26 Jahren, die auf herkömmliche Medikamente gegen Epilepsie nicht angesprochen haben, ergab, dass bei 39% die Krampfanfälligenurnoch halb so häufig auftraten unter Gabe von 98% CBD-haltigem Öl. In einer weiteren Studie, an der 214 Kinder und Erwachsene teilnahmen, die von Epilepsie betroffen waren, wurde ebenfalls beobachtet, dass die Anzahl der Krampfanfälle um 50% reduziert wurde. Zudem wurden Umfragen durchgeführt bei Kindern mit Epilepsie und deren Eltern, bei denen andere Medikamente nicht anschlugen. Von den 19 teilnehmenden Eltern gaben 84% an, dass CBD das Auftreten der Anfälle reduzierte. Zudem teilten diese mit ,dass die Kinder besser schlafen konnten, aufmerksamer und besser gelaunt waren. In Einzelfällen berichteten die Eltern über auftretende Müdigkeit. Weitere 15 Patienten, die auf herkömmliche Medikamente nicht ansprachen, haben 200-300 mg CBD täglich erhalten über einen Zeitraum von 4,5 Monaten. Bei diesen konnte ebenfalls beobachtet werden, dass das Auftreten von Epilepsie-Anfällen reduziert wurde.

Forscher der Stanford University präsentierten in einer Facebookgruppe für Eltern Informationen von CBD-angereichertem Cannabis bei Epilepsie. Zwei Eltern berichteten, dass ihre Kinder während der Einnahme keine Krampfanfälle hatten und bei 16 weiteren wurde das Auftreten dieser Anfälle stark reduziert.

1.1 Dravet Syndrom und CBD

1978 beschrieb die Ärztin Dr. Charlotte Dravet erstmals eine schwere Epilepsieform, die bei gesunden Kindern im ersten Lebensjahr auftrat. Bei diesen wurden große Krampfanfälle festgestellt, die über 20 Minuten anhielten und nur mit Medikamenten gestoppt werden konnten. Diese besonders schwere Form der Epilepsie wird als Dravet Syndrom bezeichnet. Im Erwachsenenalter nehmen die Anfälle häufig ab, jedoch können Myoklonien und Absencen auftreten. Zudem haben diese Patienten oft eine ungünstige Prognose auf die geistige Entwicklung. Weitere Symptome, die beim Dravetsyndrom auftreten können:

  • Gangunsicherheit
  • Probleme mit dem Gleichgewicht
  • Auffälligkeiten in der Entwicklung und im Verhalten
  • Hypotonie
  • Gestörte Wahrnehmung
  • Auffälligkeiten im Nervensystem
  • chronische Infektionskrankheiten

Diese Symptome können durch Antiepileptika verstärkt werden. Aktuell durchgeführte Studien geben Anlass zur Vermutung, dass CBD-Produkte bei Patienten mit dem Dravet-Syndrom ebenfalls eine positive Wirkung haben.

Diese wissenschaftlich begleitenden Studien sprechen für sich. In zahlreichen Tierstudien konnte ebenfalls festgestellt werden, dass CBD bei behandlungsresistenten Patienten eine positive Wirkung hat. Allgemein wird bisher angenommen, dass pro Kilogramm Körpergewicht eine CBD-Dosis mit zu 25 Milligramm gut verträglich ist.

2. CBD bei Alzheimer

Die Wirksamkeit von CBD bei Alzheimer ist umstritten. Einige Studien kamen zum Ergebnis, dass Cannabis keine positive Wirkung bei Alzheimer haben. 2014 ergab eine Studie im “Journal of Alzheimer’s Disease” zum Ergebnis, dass bereits eine geringe Dosis von THC die Produktion des für Alzheimer verantwortlichen Proteins, reduziert werden könnte. Dies führt zu einer besseren Lebensqualität Betroffener und einem langsameren Krankheitsverlauf.

3. Cannabisöl hilft bei Sklerose

Bei einer Sklerose sind Gehirn und Rückenmark betroffen. Die Nervenfasern sind im Normalfall durch Myelin isoliert. Bei Patienten, die unter Sklerose leiden, wird diese Isolation zerstört und es kommt zu einer Entzündung, die vergleichbar ist mit rheumatoider Arthritis. CBD-Öl wirkt entzündungshemmend und trägt dazu bei, dass die Beschwerden reduziert werden.

4. CBD lindert Schmerzen und Entzündungen

Vermutlich hemmen Cannabinoide die neuronale Übertragung in den Schmerzwegen. Deswegen steht die schmerzlindernde Wirkung von CBD bei Forschern im Fokus. 2012 veröffentlichte das “Journal of Experimental Medicine” eine Studie zur Wirkung von CBD an Nagetieren. Hier konnte beobachtet werden, dass neuropathische Schmerzen bei den Tieren drastisch reduziert werden konnten ohne große Nebenwirkungen. Basierend auf Tierstudien schlagen Forscher vor, dass nicht- psychoaktive Komponenten von Cannabis bei chronischen Schmerzen als alternative Therapieform eingesetzt werden könnten. Dies könnte Millionen von Menschen helfen, die unter chronischen Schmerzen leiden. In einer weiteren Studie, an der 766 Teilnehmer mitmachten, die an unterschiedlichen, chronischen Schmerzerkrankungen leiden wie HIV, Multiple Sklerose, Fibromyalgie, Arthritis, berichteten diese über erhebliche Verbesserungen der Schmerzen bei Einnahme von CBD-Produkten. Eine weitere Studie, an der knapp 2000 Schmerzpatienten teilnahmen, kam zum gleichen Ergebnis. Kombinationsprodukte, die sowohl CBD als auch THC enthielten, haben diese gut vertragen und verwendeten diese Medikamente regelmäßig in einem Zeitraum über zwei Jahre.

CBD sticht positiv hervor im Vergleich zu synthetisch hergestellten Cannabinoiden und THC, weil es nicht psychoaktiv ist. Zudem zeigen weder medizinisch eingesetzte CBD- noch THC-Präparate eine Langzeittoleranz wie es bei anderen Schmerzmedikamenten oder Opiaten der Fall ist.

Weiterhin wurde festgestellt, dass CBD bei MRSA hilfreich ist und die Erreger dieser Krankenhausinfektion angreift und tötet.

5. Krebszellentod durch CBD?

Zahlreiche Forscher beschäftigen sich mit der Wirkung von CBD auf Tumorzellen. Einige wissenschaftliche Berichte zeigen auf, dass CBD dazu beiträgt, dass Krebszellen zerstört oder gehemmt werden. 2006 veröffentlichte das “Journal of Pharmacology and Experimental Therapeutics” eine Studie, bei der erstmals geschildert wurde, dass Brusttumorzellen zerstört wurden durch CBD. Im Jahr 2011 fanden Forscher heraus, dass die Östrogenrezeptor-positiven und -negativen Brusttumorzellen je nach CBD-Konzentration zerstört werden. Bei den nicht krebsbildenden Brustdrüsenzellen wurde lediglich eine geringe Wirkung festgestellt. Studien zeigten, dass CBD-Dosen von 700 Milligramm täglich über einen Zeitraum von über sechs Wochen keine Vergiftungserscheinungen hervorruft. Das lässt vermuten, dass eine längere Behandlung mit diesem Cannabis-Wirkstoff möglich ist. Diese Ergebnisse geben Grund zur Vermutung, dass CBD nützlich ist bei Lungen- und Dickdarmkrebs. Die Antikrebs-Eigenschaften wurden ebenfalls bereits genutzt zum Behandeln von Gehirntumoren und Blutkrebs. THC zeigt ebenfalls positive Ergebnisse beim Kampf gegen Krebs, aber hochdosiert führt dieser Bestandteil der Cannabispflanze zu zahlreichen psychoaktiven Nebenwirkungen. Weiterhin scheint CBD laut BBVB.org positive Effekte auf die Nebenwirkungen einer Chemotherapie zu haben wie geringere Schmerzen und Steigern des Appetits. Einige synthetisch hergestellte Cannaboide werden bereits in der Krebstherapie eingesetzt, jedoch deutet vieles daraufhin, dass natürliches CBD wirksamer ist.

6. Positive Auswirkung bei Angst- und Zwangsstörungen von CBD

Forscher führten Studien an Tieren mit Angststörungen durch, bei denen die Wirkung von CBD getestet wurde. Sie konnten eine angst-reduzierende Wirkung feststellen. Ebenfalls wurde bei Menschen mit einer Sozialphobie festgestellt, dass die Gabe von CBD hilfreich ist. Daher gehen Forscher davon aus, dass CBD hilfreich sein könnte bei Panikstörungen, posttraumatischen Belastungsstörungen und Zwangsstörungen.

2011 wurde eine Studie durchgeführt, bei der die Auswirkung von CBD in Sprachtests bei gesunden Probanden und Menschen, die unter einer Sozialphobie leiden, getestet wurden. Hierbei wurden die Teilnehmer in zwei Gruppen eingeteilt. 90 Minuten vor dem Durchführen der Tests erhielten die Teilnehmer CBD oder Placebos. Nach den Tests stellten die Forscher fest, dass die Probanden, die vor dem Sprachtest CBD erhielten, eine deutlich bessere Sprachleistung erzielten. Angst, Unbehagen und die Aufmerksamkeit beim Sprechen wurden positiv beeinflusst. In der Placebogruppe traten höhere Angstzustände und Unbehagen auf. Die kognitive Beeinträchtigung fiel in dieser Probandengruppe ebenfalls höher aus.

Eine Einzeldosis von 400 Milligramm CBD reduziert Studien zufolge bereits Angstzustände. Durch die Einnahme von CBD wird der Blutfluss zum limbischen Gehirn verlangsamt. Diese Gehirnregion ist für die Regulation von Angst zuständig. Stattdessen steigt der Blutfluss in einer anderen Gehirnregion (der hintere zinguläre Kortex) an, was die kognitiven Fähigkeiten erhöht.
In einer weiteren Studie wurden zehn gesunde Teilnehmer und 24 Patienten mit Sozialphobie getestet, Hierbei ging es um die Wirksamkeit von CBD bei stressigen Situationen wie öffentlichen Reden halten. Den gesunden Teilnehmern wurde 300 Milligramm und den Sozialphobiepatienten 600 Milligramm CBD verabreicht. Hierbei wurden ebenfalls eine starke stressreduzierte Wirkung festgehalten. Weiterhin konnte bei acht Teilnehmern eine positive Wirkungsweise von CBD bei Angststörungen, die durch THC ausgelöst wurden, beobachtet werden. Mutmaßlich können weitere Studien an Menschen mit Angst- und Panikstörungen durchgeführt werden, die von CBD positive Effekte erzielen.

7. CBD zum Vorbeugen von Diabetes

2006 wurde eine Studie an diabetischen, nicht fettleibigen Mäusen durchgeführt. Hierbei wurde festgestellt, dass CBD eine starke positive Wirkung hatte. Das “American Journal of Medicine” veröffentlichte im Jahr 2013 eine Studie, die in den USA durchgeführt wurde. Hierbei wurden die Auswirkungen von Marihuana bei 4657 Erwachsenen auf den Glukose- und Insulinspiegel getestet und die Insulinresistenz. Unter den Teilnehmern waren 579 aktuelle Marihuanakonsumenten und 1975 ehemalige. Die Konsumenten zeigten einen 16% geringeren Insulinbedarf. Zudem brachten die Forscher einen kleineren Taillenumfang bei Marihuanakonsumenten in den Zusammenhang mit dem Auftreten von Diabetes. Der Taillenumfang ist häufig ein Faktor, der bei Diabetes wichtig ist. Obwohl Marihuana bekannt dafür ist, dass der Appetit ansteigt und entsprechend mehr Kalorien aufgenommen werden, ist der BMI trotzdem oft niedrig, was die Chance, an Diabetes zu erkranken, reduziert. CBD könnte dazu beitragen, dass das Risiko, Diabetes Typ 1 und 2 zu bekommen, geringer ist. Jedoch fehlen hierzu noch ausführliche Studien.

8. Antispychotische Wirkung von CBD bei Schizophrenie

Während THC nachgesagt wird, dass dieser Wirkstoff Psychosen und Schizophrenie auslösen kann, deutet vieles daraufhin, dass CBD eine anti-psychotische Wirkung hat und die Symptome bei Schizophrenie lindert. Zunehmend mehr Studien geben Anlass zur Vermutung, dass CBD eine natürliche Alternative zu anti-psychotischen Medikamenten sein könnte mit geringfügigen Nebenwirkungen. Bei 42 Patienten mit akuter Schizophrenie konnte bei einer täglichen Dosis bis zu 800 Milligramm festgestellt werden, dass bereits nach vier Wochen alle Symptome verbessert werden konnten. Damit hatte CBD die gleiche Wirksamkeit wie starke Medikamente, aber wies eine höhere Verträglichkeit auf.

9. CBD ist gut fürs Herz

Einige Studien, die in der Tier- und Zellforschung durchgeführt wurden, geben Grund zur Annahme, dass CBD gut ist für das menschliche Herz. Blutgefäße entspannen sich unter der Wirkung von CBD, Entzündungen werden gehemmt und oxidativer Stress wird bekämpft. Bei den Tierversuchen zeigte sich eine geringere Anfälligkeit für Herzerkrankungen. Dadurch könnte dieser Cannabiswirkstoff vor einem Herzinfarkt schützen. Weiterhin geht der Puls in Stress- und Angstsituationen herunter. In diesem Bereich sind weitere Studien nötig an Menschen, um zu sehen, ob diese positive Wirkungsweise auch beim menschlichen Herz eintritt.

10. Linderung von Symptomen bei Depressionen

Einige Forscher konnten einen antidepressiven Effekt feststellen. CBD wird bei Einnahme über einen längeren Zeitraum nachgesagt, dass es genauso stark wirkt wie eingesetzte Antidepressiva.

11. Hilfe bei Schlafstörungen und Schlaflosigkeit durch CBD

Die Einnahme von CBD vorm Schlafengehen hilft Menschen, die unter Schlaflosigkeit leiden. Bei einem zehnjährigen Mädchen mit Angststörungen, Posttraumatischer Belastungsstörung und Schlafstörungen hat die Einnahme von CBD dazu beigetragen, dass es leichter einschlafen konnte. Dies könnte an der entspannenden und angst lösenden Wirkung liegen. Hier hat CBD scheinbar Vorteile gegenüber dem Wirkstoff THC, welches über längere Zeit dazu beiträgt, dass die Schlafqualität gemindert wird. 163 Konsumenten von medizinisch verschriebenem Cannabis als Einschlafhilfe bevorzugen CBD und sehen in diesem Wirkstoff die Gefahr der Abhängigkeit weniger hoch.

Weitere, aktuelle Studien zu CBD

  • Wissenschaftler der David Geffen School of Medicine in Los Angeles berichteten 2015, dass CBD als potenzielle Behandlungsmöglichkeit bei Epilepsie und dem Dravetsyndrom angesehen wird.
  • Bei einer Studie zur Parkinsonkrankheit deutet vieles daraufhin, dass CBD die Symptome lindert. Bei 21 Patienten wurde festgestellt, dass diese bei täglicher Einnahme von CBD von einer erheblich besseren Lebensqualität profitierten.
  • Die Forscher der University of Louisville Schoof of Medicine veröffentlichten 2018 ihre Studie. Daraus geht hervor, dass die Ergebnisse dafür sprechen, dass Cannabidiol eine positive Auswirkung auf Alzheimer- und Parkinsonkranken zu haben scheint.
  • Bisherige Ergebnisse von Studien der Universiy of Milan (Italien) deuten daraufhin, dass CBD eine anti-psychotische Wirkung haben kann und Patienten bei Angststörungen von der Einnahme Vorteile haben.
  • Einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Serotoninspiegel und CBD, welcher vermutlich zu einer antidepressiven Wirkung führt, haben Forscher der Universitiy of Sao Paulo (Brasilien) festgestellt.
  • In Australien untersuchen Wissenschaftler der University of Wollongong die Wirksamkeit von CBD bei THC-geschädigten Patienten. Während THC zu schädlichen Wirkungen führt, scheint CBD diesen Patienten dabei zu helfen durch seine antidepressive und anti-psychotische Wirkungsweise.
  • Ein Forscherteam untersuchte im Rahmen einer Studie die Wirkung von CBD bei Schizophreniekranken. Probanden nahmen ergänzend zu anti-psychotischen Medikamenten Placebo oder CBD ein. Nach sechs Wochen konnte festgehalten werden, dass die CBD-Probanden weniger psychotische Symptome als die Placebo-Gruppe aufwies.
  • An Labormäusen der Dahlhousie University in Kanada wurde die entzündungshemmende Wirkung von CBD bei Hornhautverletzungen getestet. Die Schmerz- und Entzündungsreaktionen wurden gehemmt. Daher könnten Cannabinoide in Frage kommen als neue klinische Therapie für Hornhautentzündungen.
  • Drei Patienten wurden an der Stanford University mit CBD behandelt, die unter der Hauterkrankung Epidermolysis bullosa leiden. Einer der Betroffenen konnte Opioidanalgetika während der CBD-Behandlung absetzen. Alle drei Patienten stellten geringere Schmerzen, weniger Blasenbildung sowie eine schnellere Wundheilung.
  • Dass CBD für eine symptomatische Behandlung von entzündlicher Darmerkrankungen nützlich sein könnte, verkündeten britische Forscher im Rahmen einer klinischen Studie fest.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum – wie können Verbraucherinnen und Verbraucher sicher entscheiden?

Gastbeitrag von Frau Dr. Maria Flachsbarth, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

„Transparenz“ ist eines der Zauberwörter der digitalen Moderne. Und wie alle Zauberwörter wird es im täglichen Gebrauch nicht mehr hinterfragt. Doch genau das haben wir als Lebensmittelwirtschaft getan und wollen wir in unserer Beitragsreihe bis zum Dezember tun. Zum einen, indem wir eine Studie zum Thema Transparenz an der Universität Göttingen in Auftrag gegeben haben, die am 5. November auf unserem Symposion in Berlin vorgestellt wurde. Zum anderen, indem wir in dieser Beitragsreihe Aspekte unseres Lebens, vor allem in Verbindung mit Lebensmitteln, auf die Bedeutung von Transparenz durchleuchten. So wird beispielsweise ein Architekturbüro beschreiben, welchen Stellenwert heute Transparenz beim Planen und Bauen von Produktionsstätten hat, oder, dass wir in Deutschland mit dem Reinheitsgebot über das älteste Transparenzgesetz überhaupt verfügen.
Heute veröffentlichen den Gastbeitrag von Frau Dr. Maria Flachsbarth, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft:
Das Mindesthaltbarkeitsdatum – wie können Verbraucherinnen und Verbraucher sicher entscheiden?

Neulich war ich bei einer Freundin, die ihren sechsjährigen Enkel zu Besuch hatte. Dieser äußerte Appetit auf einen Fruchtjogurt. Die Oma griff in den Kühlschrank, entfernte den Deckel vom Becher, schaute hinein und gab ihn ihrem Enkel. „Aber Oma, du hast gar nicht auf das Datum geguckt, ob der noch gut ist.“ Diese Reaktion hat uns beide überrascht. Was ist da schief gelaufen in den letzten Jahren? Hat innerhalb von ein bis zwei Generationen das Vertrauen in das Mindesthaltbarkeitsdatum dazu geführt, dass wir unsere Sinne nicht mehr benutzen? Oder liegt es daran, dass wir keinen Mangel an guten und gesunden Lebensmitteln haben, dass wir täglich unter mehr als 170.000 Produkten im Lebensmittelhandel auswählen können? Wahrscheinlich beides. Je selbstverständlicher Lebensmittel verfügbar sind, desto weniger werden sie wertgeschätzt. Und je weniger sie wertgeschätzt werden, desto weniger befasst man sich damit, wie man mit ihnen umgeht. Dabei ist gerade das Mindesthaltbarkeitsdatum eine Errungenschaft des Verbraucherschutzes, die Orientierung schaffen soll.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum wurde 1978 als grundsätzlich verpflichtendes Kennzeichnungselement in der Europäischen Union eingeführt. Es dient der Information der Verbraucherinnen und Verbraucher, aber es ist kein Verfallsdatum, sondern eine Gütegarantie des Herstellers. Er garantiert, dass das Produkt, wenn es sachgerecht behandelt – zum Beispiel gelagert – wird, bis zu diesem Tag seine spezifischen Eigenschaften behält, etwa Farbe, Geruch, Konsistenz.

Derzeit wird verstärkt darüber diskutiert, ob das Mindesthaltbarkeitsdatum zur Verschwendung von Lebensmitteln führt und es daher angebracht sei, eine Reihe von Lebensmitteln von der Kennzeichnungspflicht zu befreien. Die Debatte wird auch in den zuständigen europäischen Gremien geführt. Deutschland unterstützt eine kritische Prüfung.

Die meisten Verbraucher (etwa 77 %) verstehen laut einer Studie der Fachhochschule Münster von 2012 die Bedeutung des Mindesthaltbarkeitsdatums. Nach meinem Eindruck gehen manche Verbraucher nur auf ihre eigene Art und Weise damit um: Eine 2012 im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) vom forsa-Institut durchgeführte repräsentative Befragung zeigte, dass fast jeder Zehnte im Monat vor der Befragung auch lang haltbare Produkte wie Nudeln und Getränke weggeworfen hat. Ich interpretiere das so, dass es Verbrauchern zwar bewusst ist, dass diese Lebensmittel noch zum Verzehr geeignet wären, sie es jedoch bevorzugen, frische Lebensmittel zu kaufen und die alten zu entsorgen. Das ist zum einen ein psychologischer Effekt: Es könnte ja doch schlecht sein. Zum anderen ein Ergebnis unseres Wohlstandes, weil alles immer und zu günstigen Preisen verfügbar ist. Anders gesagt: Viele Verbraucherinnen und Verbraucher können es sich offensichtlich leisten, Lebensmittel wegzuwerfen, auch wenn diese noch ohne Bedenken gegessen werden könnten. So landen Jahr für Jahr etwa 53 Kilogramm noch verzehrfähige Lebensmittel im Wert von 235 Euro pro Kopf und Jahr in der Tonne.

In der Debatte um das Mindesthaltbarkeitsdatum wird auch von einigen gefordert, es durch ein Herstellungsdatum zu ersetzen. Das wäre meiner Meinung nach ein Schritt zurück. Dann müssten die Verbraucher nämlich selbst ermitteln, wie lange verschiedene Produkte noch haltbar sind. Ohne den Anhaltspunkt des Mindesthaltbarkeitsdatums könnte dies dazu führen, dass viele Produkte noch eher entsorgt werden, als dies bei Angabe des Mindesthaltbarkeitsdatums der Fall ist.

Statt Gelerntes über den Haufen zu werfen, sollten wir eher weiterhin Aufklärungsarbeit über den richtigen Umgang mit Lebensmitteln leisten und damit auch über den Umgang mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum. Es geht letztlich darum, den Wert der Lebensmittel als Produkt einer langen, die Umwelt beeinflussenden Herstellungskette zu betonen und das Vertrauen in die eigenen Sinne im Umgang mit unserem Essen zu stärken. Wir wollen dies gemeinsam mit dem Handel im Rahmen der BMEL-Initiative Zu gut für die Tonne auch in Zukunft leisten.

Auch die Diskussion um die Abschaffung des Mindesthaltbarkeitsdatums für faktisch nicht verderbende Produkte auf EU-Ebene begrüßen wir, aber das alles kann nur ein Beitrag sein, um Lebensmittelabfälle zu reduzieren. Denn den größten Teil der vermeidbaren Lebensmittelabfälle machen Produkte aus, die überhaupt kein Mindesthaltbarkeitsdatum tragen, wie Obst, Gemüse, Backwaren und Essensreste vom Teller.

Wir brauchen wieder mehr Wertschätzung für unsere Lebensmittel, denn was man wertschätzt, wirft man nicht vorschnell weg. Die Wertschätzung für unsere Lebensmittel zu steigern, gehört seit Jahren zu den Kernaufgaben des Bundesernährungsministeriums. Mit der Initiative Zu gut für die Tonne ist es gelungen, durch Zuspitzung auf die Wegwerfproblematik, also die Nicht-Wertschätzung von Lebensmitteln, eine höhere Aufmerksamkeit für das Thema zu erreichen. Wir werden die Initiative in den nächsten drei Jahren fortsetzen und uns insbesondere bemühen, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zu erreichen. Denn diese haben häufig keinen Bezug mehr zur Herstellung unserer Lebensmittel, sie wissen häufig nicht, wie viel Arbeit und wie viele Ressourcen nötig sind zu deren Herstellung. Daneben sind alle gefragt, ihren Beitrag zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung zu leisten: Die Landwirtschaft, die Industrie, das Handwerk, die Gastronomie, der Handel und natürlich jeder selbst.


Transparenz und Verbraucherverhalten

Gastbeitrag von Herrn Prof. Dr. Achim spiller, Georg-August-Universität Göttingen

„Transparenz“ ist eines der Zauberwörter der digitalen Moderne. Und wie alle Zauberwörter wird es im täglichen Gebrauch nicht mehr hinterfragt. Doch genau das haben wir als Lebensmittelwirtschaft getan und wollen wir in unserer Beitragsreihe bis zum Dezember tun. Zum einen, indem wir eine Studie zum Thema Transparenz an der Universität Göttingen in Auftrag gegeben haben, die am 5. November auf unserem Symposion in Berlin vorgestellt wurde. Zum anderen, indem wir in dieser Beitragsreihe Aspekte unseres Lebens, vor allem in Verbindung mit Lebensmitteln, auf die Bedeutung von Transparenz durchleuchten. So wird beispielsweise ein Architekturbüro beschreiben, welchen Stellenwert heute Transparenz beim Planen und Bauen von Produktionsstätten hat, oder, dass wir in Deutschland mit dem Reinheitsgebot über das älteste Transparenzgesetz überhaupt verfügen.
Wir starten heute unsere Reihe mit einem Gastbeitrag von Herrn Prof. Dr. Achim spiller, Georg-August-Universität Göttingen:

Transparenz und Verbraucherverhalten

Spätestens seit der BSE-Krise vor 15 Jahren ist Transparenz ein großes Thema in der Lebensmittelwirtschaft. Viel wurde z. B. in Rückverfolgbarkeit investiert. Um so erstaunlicher ist es, dass bisher wenig über das Transparenzverständnis und die Anforderungen der KonsumentInnen bekannt ist. Im Rahmen von drei intensiven Gruppendiskussionen und einer bevölkerungsrepräsentativen Online-Befragung mit 1.009 Probanden konnten wir jetzt im Auftrag der Die Lebensmittelwirtschaft e. V. das Transparenzverständnis der deutschen Bevölkerung erstmals umfassend erheben. Die Ergebnisse zeigen, dass Konsumenten ein klares Bedürfnis nach Transparenz (insb. Informationen über Herkunft, Inhaltsstoffe, Zutaten) bei Lebensmitteln haben. Besonders groß ist der Informationswunsch bei tierischen Lebensmitteln und hinsichtlich der Landwirtschaft. Zugleich sind Verbraucherinnen deutlich verunsichert, wobei Kenntnisse und Vorwürfe häufig fragmentarisch bleiben und ein Potpourri verschiedener Medienberichte darstellen.

Trotz der Forderung nach Transparenz und der selbst wahrgenommenen Unsicherheit sind die Informationsanstrengungen der Konsumenten unterschiedlich und häufig gering, weil Zeitmangel und Komplexität zielgerichtete Informationssuche wenig alltagstauglich erscheinen lassen. Es dominiert passiver Medienkonsum. Internet, QR-Codes u. ä. aktive Medien werden kaum genutzt. Wir bezeichnen als Transparenzparadoxon diese Situation, dass der direkte (Entscheidungs-)Nutzen der Information bei Lebensmitteln als eher gering eingeschätzt wird, Transparenz aber als wichtiges Vertrauenssignal dient (indirekter Nutzen). „Wissen können wollen, aber Informationen nicht unbedingt nutzen müssen.“ Eigentlich würde man lieber vertrauen. VerbraucherInnen sind hier ziemlich abgeklärt und sich ihrer Widersprüche zumeist bewusst. Dies macht es der Anbieterseite nicht ganz leicht. Außerdem unterscheiden sich die Konsumenten auch noch deutlich in ihrem Verhalten: von gänzlich desinteressiert über zufrieden-gleichgültig bis zu verwirrt bzw. skeptisch-interessiert.

Was kann die Lebensmittelwirtschaft vor diesem Hintergrund tun? Nach Niklas Luhmanns klassischer Vertrauensdefinition ist Vertrauen eine „riskante Vorleistung“. Vertrauensaufbau benötigt daher Transparenzbemühungen auch für diejenigen KonsumentInnen, die diese Informationen nie in Anspruch nehmen und dafür auch nichts bezahlen werden. Das ist natürlich nicht einfach.

Positiv ist aber, dass die informationshungrigsten Verbraucher auch die qualitätsorientiertesten sind. Bei diesen anspruchsvollen Kunden, die den Markt antreiben, gibt es aber ein Problem: Das geringe Ausgangsvertrauen. Wie kann die Lebensmittelwirtschaft aus einer Position des niedrigen Basisvertrauens heraus erfolgreich kommunizieren. Wichtige Anregungen liefern dazu die neue experimentelle Ökonomik und die Psychologie. Die Lebensmittelwirtschaft sollte:

  • den ersten Schritt in Debatten machen,
  • Offenheit, Respekt und Bereitschaft zum Dialog signalisieren,
  • Empathie für Gegenpositionen zeigen,
  • Vertrauen erwerben statt bewerben,
  • trusted third parties einbinden, gerade bei besonders kritischen Themen wie Fleisch und
  • die eigenen Mitarbeiter zuerst überzeugen, sie sind das Spiegelbild der Branche.

Vertrauen beruht auf Berechenbarkeit, braucht Zeit, muss reifen, benötigt Kontinuität und entsteht viel leichter durch glaubwürdige Menschen.