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Pressekonferenz: Das denkt der Verbraucher über Bevormundung

Prof. David Zilberman, Professor für Agrarökonomie an der University of California, Berkeley
Prof. David Zilberman, Professor für Agrarökonomie an der University of California, Berkeley, Foto: Anna Pashkova

Pressekonferenz: Das denkt der Verbraucher über Bevormundung

Eine Skype-Liveschaltung, ein Professor aus den USA am Wahltag und die erste repräsentative wissenschaftliche Studie zum Thema Bevormundung – die heutige Pressekonferenz des Vereins DIE LEBENSMITTELWIRTSCHAFT verläuft äußerst ereignisreich.

Eingeladen hatte der Verein in seine Räume an der Friedrichstraße, um die Ergebnisse der Studie „Das sollst Du Essen! Orientierung versus Bevormundung“ vorzustellen. „Die Ergebnisse lassen darauf schließen, dass die deutschen Verbraucher nicht bevormundet werden wollen und somit auch nicht von der Politik bevormundet werden müssen“, so der Geschäftsführer von DIE LEBENSMITTELWIRTSCHAFT, Stephan Becker-Sonnenschein.

Gemeinsam mit Professor David Zilberman von der University of California, Berkeley, und Professor Justus Wesseler von der Universität Wageningen führt er in die Studie ein und beantwortet die Fragen der anwesenden Journalisten. Per Skype zugeschaltet ist der Autor der Studie, Professor Peter Kenning von der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf.

Aus der Studie gehe hervor, so Professor Peter Kenning, dass rund 77 Prozent der deutschen Verbraucher es ablehnen, dass der Staat über ihren Kopf hinweg entscheidet, was gesund ist und was nicht. Rund 80 Prozent legen Wert darauf, dass sie ihre Entscheidung über den Lebensmitteleinkauf selbstbestimmt treffen. Die Verbraucher wollen zwar informiert werden, sobald allerdings die Eingriffstiefe in die Verbraucherentscheidung durch den Staat steigt, erhöht sich auch die Wahrnehmung der Bevormundung auf 40 bis 60 Prozent.

Die Studie wurde in Auftrag gegeben, weil die Bundesregierung seit 2015 zunehmend über Methoden des „Nudging“, also dem „Stupsen“, diskutiert. Dazu hat das Bundeskanzleramt 2015 eine eigene Abteilung eingerichtet, die sich mit der Wirkung von Nudging beschäftigt. Auch das Justiz- und das Landwirtschaftsministerium prüfen Möglichkeiten des Nudgings. In der Studie wurde daher untersucht, wie die Meinungen der Verbraucher zu Bevormundung sind, um eine erste empirische Bestandsaufnahme zu diesem Thema zu schaffen.

Die Pressekonferenz ist gleichzeitig der Auftakt zum gleichnamigen Symposium gemeinsam mit der Universität of California, Berkeley am 9. November 2016 in Berlin.

Das Whitepaper zur Studie sowie der Studien-Bericht stehen Ihnen über die folgenden Links zur Verfügung: http://www.lebensmittelwirtschaft.org/?wpdmdl=290 und http://www.lebensmittelwirtschaft.org/?wpdmdl=295

 

DIE LEBENSMITTELWIRTSCHAFT e.V.
Der Verein DIE LEBENSMITTELWIRTSCHAFT repräsentiert die Prozesskette der Lebensmittelwirtschaft – vom Erzeuger über die Hersteller bis zum Handel. Er ist eine Informationsplattform und Denkfabrik, die aktiv die Diskussion um Lebensmittel gestaltet und das Verbrauchervertrauen zu Lebensmitteln stärkt. Der Verein ist Ansprechpartner für Medien und Themenquelle durch regelmäßige Beitragsreihen und Debatten.

 

Pressekontakt:
Andreas Hennecke
DIE LEBENSMITTELWIRTSCHAFT
presse@lebensmittelwirtschaft.org
T: 030 319850553